Zwei Siegerprojekte – und wie es nun weitergeht

Am 10. September präsentierte der Gemeinderat die Projekte «AUF DEN PUNKT» und «Mehrklang», die als Sieger aus den Wettbewerben für die Kehrsatzer Schulstandorte Selhofen und Dorf hervorgegangen waren. Knapp 50 Besuchende zeigten Interesse und folgten den Ausführungen des Gemeindepräsidenten Christoph Läderach, des Gemeinderats Roland Geiger (Ressort Bau und Infrastruktur) und von Christine Odermatt, Mitglied des Preisgerichts.

«AUF DEN PUNKT» überzeugte namentlich durch den sorgfältigen Umgang mit der bestehenden Schulanlage. Die neue Tagesschule ist als eigenständiger Pavillon vorgesehen, die zusätzlich benötigten Schulräume sollen durch gezielte An-, Aus- und Aufbauten an bestehenden Gebäuden geschaffen werden. Eine weitere Stärke liegt in der Etappierbarkeit. Die einzelnen Massnahmen lassen sich weitgehend unabhängig voneinander und zeitlich gestaffelt umsetzen, was Spielraum für die weitere Planung schafft.

Das Projekt «Mehrklang» verbindet schulbetriebliche und wirtschaftliche Vorteile mit einem sorgfältigen Umgang mit dem Ortsbild. Ein zweigeschossiger Neubau fügt sich gut in die Umgebung ein; er bleibt bewusst niedriger als der grosse bestehende Baukörper und schafft einen angemessenen Übergang zum angrenzenden Quartier. Auch in diesem Fall stellt die Etappierbarkeit eine Stärke dar: Die Gebäudeteile lassen sich zu grossen Teilen unabhängig voneinander weiterentwickeln. So hat die Gemeinde die Möglichkeit, die Umsetzung auf den tatsächlichen Bedarf und die finanziellen Möglichkeiten abzustimmen.

Ein Siegerprojekt ist noch kein fertiges Bauprojekt, Weiterbearbeitung gehört zu einem solchen Verfahren. Im nächsten Schritt werden Dimensionierung, Etappierung und betriebliche Fragen vertieft und die Projekte entsprechend weiterentwickelt. In der vorliegenden Form sind sie zu teuer – deshalb prüft die Gemeinde, wie sich die Kosten substanziell reduzieren lassen. Erst danach lassen sich die nächsten Planungsschritte und die weitere Finanzierung konkretisieren. Die einzelnen Vorhaben werden nach Bedarf priorisiert und so gestaffelt, dass sie finanziell, betrieblich und mit den verfügbaren Ressourcen der Gemeinde tragbar sind.

Voraussichtlich erhält Selhofen Priorität; für den Standort Dorf besteht ein längerer Zeithorizont. Die Gemeinde hält am Grundsatz fest, die Schulraumplanung langfristig und im Zusammenhang mit dem Gesamtfinanzplan zu betrachten. Die Planung ist auf einen Zeitraum von rund zehn bis zwölf Jahren ausgerichtet.

Der Bedarf an Schulraum hängt nicht allein von der Entwicklung der Schülerzahlen ab. Auch die Anforderungen an den Unterricht haben sich verändert. Lehrplan 21 und integrative Schule stellen andere Anforderungen an den Schulraum als noch vor 40 oder 50 Jahren. Individuelle Förderung, Unterricht in kleineren Gruppen oder Spezialunterricht benötigen geeignete und flexibel nutzbare Räume.

Sobald der Überarbeitungs- und Optimierungsprozess genügend weit fortgeschritten ist und die nächsten Entscheide anstehen, informiert die Gemeinde erneut.

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