Bestehende Standorte stärken

Kehrsatz verzeichnete zuletzt ein stetiges Bevölkerungswachstum. Durch die Zunahme auf gut 4700 Einwohnende stieg auch die Anzahl der Schülerinnen und Schüler. Diese Entwicklung erforderte eine stetige Anpassung der Räumlichkeiten innerhalb der Schulliegenschaften. Dank den vor Jahrzehnten grosszügig geplanten Anlagen – namentlich im Selhofen – gelangen diese Optimierungen lange gut. 

Inzwischen erfüllen die Schulanlagen die Ansprüche an zeitgemässen Unterricht nicht mehr. Die Tagesschule stösst schon seit längerem an Kapazitätsgrenzen und muss vor dem Hintergrund einer zunehmenden Nachfrage ausgebaut werden. Mit dem Entwicklungsprojekt «Kehrsatz Mitte» ist bis 2040 zudem eine weitere Zunahme von 4700 auf 5500 Einwohnende zu erwarten.

Aus diesen Gründen fällte der Gemeinderat 2024 einen Leitentscheid zu den künftigen Schul- und Kindergartenstandorten. Die Strategie stärkt die Standorte Selhofen und Dorfschulhaus: Mit zwei Neubauten sollen die fehlenden Schulräume geschaffen und das Tagesschul-Angebot verbessert werden. Zudem fiel auch der Grundsatzentscheid, dass nicht mehr einzelne Kindergärten, sondern drei Doppelkindergärten geführt werden sollen.

In diesem Kontext ist im August 2026 der neue Doppelkindergarten Selhofen eröffnet worden. Und im September 2026 stellte der Gemeinderat der Bevölkerung diese beiden Projekte vor, die als Sieger aus dem Wettbewerb für die Schulstandorte Selhofen und Dorf hervorgegangen worden.

 

Fragen und Antworten

Kehrsatz verzeichnete in den letzten Jahren ein stetiges Bevölkerungswachstum. Durch die Zunahme auf gut 4700 Einwohnende stieg auch die Anzahl der Schülerinnen und Schüler. Diese Entwicklung erforderte eine kontinuierliche Anpassung der Räumlichkeiten innerhalb der Schulliegenschaften. Dank den vor Jahrzehnten grosszügig geplanten Anlagen – namentlich im Selhofen – gelangen diese Optimierungen bisher gut. Dennoch bestehen mittlerweile räumliche Engpässe. Die Schulhäuser entsprechen nicht mehr den Anforderungen an zeitgerechten Unterricht, es fehlen Gruppen- und Fachräume zur flexiblen Nutzung. Ein weiterer Bedarf besteht bei den Tagesschulen.

Die Gemeinde Kehrsatz verfügt über zwei Schulareale, die Anlagen Selhofen und Dorf. Dazu kommen fünf über das Gemeindegebiet verteilte Kindergärten: Bahnhofmatte, Dorf, Hagwiese, Mätteli und Selhofen. Bei der Anlage Dorf wird auch die Tagesschule betrieben. Auf diese Schul- und Kindergartengebäude verteilen sich rund 600 Kinder und Jugendliche in 29 Klassen (Stand September 2024).

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Im Mai 2023 setzte der Gemeinderat eine neue Arbeitsgruppe ein, bestehend aus den Gemeinderatsmitgliedern der Ressorts Bau und Infrastruktur sowie Bildung und Jugend, einer Vertretung der Schulleitung, dem Bauverwalter und dem Geschäftsleiter. Diese Gruppe erarbeitete ein Schulraumkonzept, das auf der Bedarfsanalyse des Ressorts Bildung und Jugend sowie der Schulleitenden basierte. An einer Klausurtagung im Mai 2024 führte der Gemeinderat Grundsatzdiskussionen über den künftigen Schulraumbedarf und beschloss das weitere Vorgehen. Im Januar 2024 hatte der Gemeinderat den Kredit für ein Qualitätssicherndes Verfahren genehmigt. Qualitätssichernde Verfahren haben den Zweck, die Anforderungen an die städtebauliche und architektonische Qualität sicherzustellen und ein breites Spektrum an innovativen Lösungen aufzuzeigen.

Die Kehrsatzer Schulraum-Strategie ist das Ergebnis eines Qualitätssichernden Verfahrens. Das Verfahren bestand aus vier Sitzungen eines zehnköpfigen Gremiums, darunter drei Gemeinderatsmitglieder und der Bauverwalter, ein Mitglied der Schulleitung, ein Architekt, externe Fachpersonen für Städtebau und Landschaftsarchitektur, ein Vertreter des Berner Heimatschutzes und eine Verfahrensbegleitung. Am 15. August 2024 nahm der Gemeinderat den Abschlussbericht des Qualitätssichernden Verfahrens, die sogenannte Volumenstudie, zur Kenntnis und verabschiedete die Strategie zu den künftigen Schul- und Kindergartenstandorten. Dabei fiel auch der Grundsatzentscheid, dass nicht mehr einzelne Kindergärten, sondern Doppelkindergärten geführt werden sollen, unter anderem der Doppelkindergarten Selhofen, der an dieser Sitzung schon definitiv genehmigt wurde. Beim Kindergarten Selhofen handelt es sich um das dringendste Vorhaben, weil ab Sommer 2026 Bedarf für eine sechste Kindergartenklasse besteht und kostspielige provisorische Lösungen vermieden werden sollen. 

Laut einem Entwurf des Räumlichem Entwicklungskonzepts (REK) ist bis 2040 ein Bevölkerungswachstum von 4700 auf rund 5500 Einwohnende zu erwarten. Dieses Wachstum wird hauptsächlich über die Bautätigkeit auf der Bahnhofmatte (Projekt «Kehrsatz Mitte») erfolgen. Dieses Wachstum ist in der Schulraumplanung mitberücksichtigt.

«Kehrsatz Mitte» gilt für die Dorfentwicklung von Kehrsatz als Jahrhundertprojekt. Zusammen mit der Burgergemeinde Bern, dem Kanton und der Bahngesellschaft BLS werden in einer ersten Etappe die Grundlagen für eine Überbauung mit 120 Wohneinheiten geschaffen. Zudem sollen polyvalente Gewerbeflächen und Einkaufsmöglichkeiten das Erdgeschoss beleben und einen Flächenanteil von rund 15 Prozent ausmachen.

Die Strategie stärkt einerseits die Standorte Selhofen und Dorfschulhaus. Anderseits sollen im Laufe der Jahre bisherige Kindergärten aufgehoben (Bahnhofmatte, Mätteli, eventuell Hagwiesen), dafür zusätzlich zum Kindergarten Dorf zwei neue Doppelkindergärten gebaut werden, im Selhofen (seit August 2026 in Betrieb) und an einem zu definierenden Standort oberhalb der Bahnlinie. Für die Anlagen Selhofen und Dorf sind im Frühjahr 2026 zwei Projektwettbewerbe abgeschlossen werden; vorerst werden die Siegerprojekte «AUF DEN PUNKT» (Selhofen) und «MEHRKLANG» (Dorf) weiterbearbeitet, die nächsten Planungsschritte definiert und die Kosten optimiert und präzisiert. Der Zeitplan ist noch flexibel und hängt unter anderem von den finanziellen und personellen Ressourcen der Gemeinde und von den Fortschritten beim Projekt «Kehrsatz Mitte» ab.

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Nein, in den errechneten Kosten sollte alles enthalten sein. 2015 investierte die Gemeinde bereits 5 Millionen Franken in die Sanierung der Anlage.

Die Arbeitsgruppe setzt sich intensiv mit dieser Thematik auseinander. Derzeit ist noch nicht abzuschätzen, wo welches Material eingesetzt und welcher Energiestandard angestrebt wird.

Die Urnenabstimmung für den Kredit von 2,9 Millionen Franken zur Realisierung des Doppelkindergartens im Selhofen fand am 18. Mai 2025 statt. Die Bevölkerung bewilligte das Geschäft mit einer Zustimmung von 81 Prozent. Die Planungskosten für die Vorbereitungen der weiteren Neu- und Umbauten an den Standorten Selhofen und Dorf genehmigten die 58 anwesenden Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 16. Juni 2025 einstimmig. Weitere Abstimmungsgeschäfte sind noch nicht terminiert. Vorerst werden die Siegerprojekte für die Schulanlagen Selhofen und Dorf weiterbearbeitet und die Kosten optimiert und präzisiert. Nach heutigem Planungsstand könnte der Bevölkerung im Sommer 2027 ein Projektierungskredit für den Standort Selhofen vorgelegt werden.

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Gemäss dem Organisationsreglement der Gemeinde muss an der Urne erst über Geschäfte abgestimmt werden, die 1,2 Millionen Franken übersteigen.

Die Bevölkerung darf über die Kredite zu allen einzelnen Massnahmen befinden. Kredite bis zu 1,2 Millionen Franken brauchen das Einverständnis von der Gemeindeversammlung, darüberliegende Finanzierungen kommen an die Urne.

Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass das Umfeld der Schul- und Kindergartenanlage Dorf ortsbaulich sensibel ist. Zudem ist die bestehende Erschliessung nicht optimal, da die Zufahrt auch als Durchfahrt zu einigen nahestehenden Liegenschaften dient. Auf dem Weg zu ihren Liegenschaften bleibt Anwohnenden nichts anderes übrig, als durch den Pausenplatz zu fahren. Deshalb strebt der Gemeinderat für das Schulareal eine neue Erschliessung an. Das Siegerprojekt aus dem Projektwettbewerb für die Anlage Dorf verfolgt den Ansatz, den Autoverkehr stärker vom Schul- und Kindergartenareal zu trennen. Davon profitieren auch die Bewohnenden der rückwärtigen Liegenschaften: Ihre Zu- und Wegfahrt soll dereinst weniger mit dem Schulbetrieb in Konflikt geraten. Es geht nicht darum, den Verkehr einfach an einen anderen Ort zu verschieben, sondern zwei heute überlagerte Nutzungen – Schulhof und private Erschliessung – besser voneinander zu trennen. Im Rahmen der Weiterbearbeitung wird zudem geprüft, wie sich der Bring- und Holverkehr besser organisieren lässt. Die konkrete Verkehrsführung wird im weiteren Planungsprozess vertieft. Dem Gemeinderat ist es ein Anliegen, die umliegenden Eigentumsbesitzenden frühzeitig in den Prozess einzubinden und deren Anliegen anzuhören und aufzunehmen.

Die treibende Kraft für die beabsichtigten Massnahmen ist die Absicht des Gemeinderats, die Schulen von Kehrsatz zukunftsfähig zu machen – mit Blick auf Veränderungen im Schulunterricht einerseits, auf die steigende Bevölkerungszahl anderseits. Auf die steigende Zahl von Schülerinnen und Schülern hat «Kehrsatz Mitte» einen gewissen Einfluss, auch ohne dieses Projekt wären Massnahmen aber nötig – angesichts des steigenden Interesses von Familien an externen Betreuungsangeboten oder auch der stets engeren Vernetzung von Tagesstrukturen und Kindergärten.

Der Kindergartenunterricht ist vor allem im Bestreben nach möglichst kurzen Schulwegen an drei Standorten vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler der 1. bis 6. Klasse sind auf zwei Standorte verteilt. Nur die Schülerinnen und Schüler des Zyklus 3 (7. bis 9. Klasse) werden zentralisiert im Selhofen unterrichtet. Die Aufteilung der Primarstufe auf zwei Standorte macht auch weiterhin Sinn, weil künftig zwei Tagesschulen getrennt für kleinere (Kindergarten bis und mit 2. Klasse, Tagesschule Dorf) und ältere Kinder (Tagesschule Selhofen) angeboten werden sollen. Kleineren Kindern ist der Weg zu der eher am Rand der Gemeinde gelegenen Anlage Selhofen teilweise nicht zumutbar.

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